Nachtschatten- oder Nacht-Schaden-Gewächse?

von | Ernährung

Tabak, Engelstrompete und Stechapfel – die Familie der Nachtschadengewächse Solanaceae umfasst mehr als 2800 Arten, die sich vor allem durch ihren Gehalt an natürlichen Giften auszeichnen. Neben diesen ungeniessbaren und hochgiftigen Vertretern zählen aber auch einige unserer gängigen Gemüsesorten zu dieser Pflanzenfamilie.

Welches sind die bekanntesten Nachtschattengewächse?

Zu den essbaren Nachtschadengewächsen gehören unter anderen:

  • Kartoffel
  • Tomate
  • Aubergine
  • Paprika
  • Chili
  • Goji Beere

Woher haben die Nachtschadengewächse ihren Namen?

Warum heissen Nachtschattengewächse Nachtschattengewächse? Weil sie im Schatten wachsen oder vielleicht bescheren sie beim Verzehr auch einen Schatten (Schaden) im Hirn?

Das Wort „Nacht“ kommt in verschiedenen Pflanzennamen vor, so etwa bei der Nachtkerze und bei der „Königin der Nacht“. Die Nachtkerze blüht am Abend für zwei Nächte auf, während sich die Blüten der „Königin der Nacht“ nur einmal in der Dunkelheit öffnen. Das erklärt also diese ungewöhnliche Blütezeit die Namensgebung?

Diese Vermutung ist falsch. Die Mehrzahl die für die deutsche Namensgebung relevant sind, blühen am Tag. Die Familie weist wie gesagt über 2800 Arten auf, davon viele alte Bekannte wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen. Aber keine dieser Pflanzen hat eine besondere Vorliebe für Schatten oder so gar für „Nachtschatten“. Diese Gemüse sind alle stark Yin. Sie suchen sogar die Sonne Yang.

Der Name ist schon aus dem Althochdeutschen (nahtscato bzw. nahtschate) bekannt. Bei der Übersetzung gibt es jedoch unterschiedliche Interpretationen: schate kann zum einen als „Schatten“, zum anderen als „Schaden“ interpretiert werden. Bei der Nacht, die hier zur Debatte steht, handelt es sich nicht um den Gegensatz zu hell im Sinn von Licht, sondern um die Nacht im Sinn von, geistig umnachtet.

Die Spur der äusserst giftigen Vertreter der Pflanzenfamilie führt hin zu den mystisch umwobenen Zauberpflanzen vergangener Zeiten: der Tollkirsche, dem Bilsenkraut und dem bittersüssen, schwarzen „Nachtschatten“. „Diesen nutzten unsere dämonengeplagten Ahnen für Heil und Zaubermixturen, um den Nachtschaden, also die nächtlichen Albträume zu vertreiben.“

Die heimischen Nachtschattengewächse erzeugen durch ihre Alkaloide eine Wirkung im Gehirn, die man auch als Umnachtung, also Nachtschatten oder Schwarzer Schaden bezeichnete. Erst durch die Kartoffel und Tomate bekamen wir auch Nachtschattengewächse, die nicht so heftig im Hirn wirken. Der Name ist aber der alte geblieben.

Nachtschadengewächse in der Ernährung

In unserer Ernährung haben diese Gemüse-Nachschaden den Rang von Grundnahrungsmitteln und sind aus der heutigen Küche nicht mehr wegzudenken. Kaum vorzustellen, wie die Römer oder das Mittelalter gegessen haben müssen, denn die Gemüse-Nachschaden kamen bekanntlich erst mit Kolumbus nach Europa.

Heute sind Tomaten und Paprika mit ihrer Farbe wie auch geschmacklich eine Bereicherung für viele unserer Gerichte und sogar die eher blasse Kartoffel ist sowohl nahrhaft als auch reich an Vitamin C und Mineralien.

Insofern kann es nicht verwundern, dass Tomaten und ihre Zubereitungen inzwischen allgegenwärtig sind in Salaten, Ketchup, Pizza oder Pasta Saucen. Kartoffeln begleiten uns als Pellkartoffeln, Kartoffelbrei, Pommes, Wedges oder Klösse. Nicht weniger verbreitet auch die Paprika mit ihren scharfen Varianten als Chili, Cayenne Pfeffer und damit in Curry und Gewürzmischungen omnipräsent.

„Gifte“ in den Nachtschadengewächsen

Doch all dies kommt mit einem Preis, denn auch die Gemüse-Nachschaden sind nicht frei von den für alle Nachschatten typischen, natürlichen Giften.

Alkaloide

Ein wesentliches Merkmal aller Nachschadengewächse ist ihr Gehalt an giftigen Alkaloiden. Diese sind die Ursache für entzündliche Reaktionen bis hin zu tödlichen Vergiftungen. Am bekanntesten ist dabei sicherlich das Nikotin der Tabakpflanzen, Atropin der Tollkirsche oder das Solanin unserer Gemüse-Nachschaden mit höchsten Konzentrationen in Kartoffel und Aubergine.

Solanin

Solanin ist ein starker Hemmstoff für das Enzym Cholinesterase, dass in unseren Nervenzellen für das Abklingen der Nervenimpulse sorgt. Die Folge: Solanin verursacht anhaltende Muskelkontraktionen, Krämpfe und beim morgendlichen Aufstehen oder wenn wir längere Zeit sitzen, erleben wir dies als Muskelverhärtung und Steifigkeit.

Darüber hinaus zerstört Solanin die Zellwände in der Darmwand und eine Solanin-Vergiftung führt im schlimmsten Fall zu blutigem Stuhl mit tödlichem Ausgang. Doch auch die chronische Vergiftung durch geringe Dosen schädigt bereits die Darmwand und ist Türöffner für weitere Erkrankungen, die wir allerdings nur selten mit einer Darmschädigung oder Nachschaden-Verzehr in Verbindung bringen.

Bei Solanin handelt es sich übrigens um einen Sammelbegriff, denn die verschiedenen Gemüse-Nachschaden enthalten neben Solanin auch weitere chemische Varianten. Beispielsweise das Chaconin in der Kartoffel oder Tomatin der Tomate.

Nikotin

Ein weiteres typisches Alkaloid aller Nachschadengewächse ist das Nikotin. Beim Verzehr unserer Gemüse-Nachschaden sollten wir deshalb stets auch deren Suchtpotential beachten.

Capsaicin

Capsaicin ist das Alkaloid von Chili und scharfem Paprika und auch wenn es oft als anti-entzündlich in Wärmepflastern beworben wird, so ist es dennoch ein Reizstoff für unsere Gewebe. Insbesondere Lungen reagieren sehr stark auf Capsaicin, was bereits zu Todesfällen nach dem Einsatz von Capsaicin-Pfeffersprays geführt hat. Asthmatiker sollten Chili und scharfe Paprika deshalb generell meiden.

Calcitrol

Ein weiterer Problemstoff der Nachschaden ist das Calcitrol. Eigentlich ein Hormon der Niere und Derivat des Vitamin D3, reguliert es in unserem Körper die Kalziumaufnahme. Es wirkt bereits in geringsten Mengen und wird deshalb von der Niere sehr strikt reguliert. Mit dem Verzehr von Nachschaden umgehen wir jedoch diese Nierensteuerung: Es kommt zu einer weit überhöhten Kalziumaufnahme im Darm, überhöhten Kalziumwerten im Blut und damit verbundener Ablagerung als Verkalkung in Bindegeweben, Gefässen, Sehnen und Gelenken. Arteriosklerose, Schmerzen und Arthritis sind die Folge.

Lektine

Nachschaden sind reich an Lektinen, den natürlichen Abwehrstoffen der Pflanze, gerichtet gegen Insekten und Pilze. Lektine sind Anheft-Moleküle, die sich an die Darmwand und Weichgewebe heften und diese angreifen. Bei Insekten, aber genauso in unserem Darm. Dort verursachen sie Erkrankungen des Darms wie Leaky Gut und als weitere Folgen Autoimmunerkrankungen wie Arthritis, Diabetes oder Hashimoto.

Warum sind Tomaten schädlich für die Gelenke?

Das Calcitrol ist ein Wirkstoff der Nachtschadengewächse. Dieser Wirkstoff ist gleichzeitig die aktive Form von Vitamin D und zählt zu den stärksten Hormonen unseres Körpers und reguliert die Calciumaufnahme im Darm.

Im Normalfall entsteht Vitamin D in der Haut aus UVB-Sonnenlicht und Cholesterin. Erst in der Niere wird Vitamin D dann zum aktiven Hormon Calcitrol. Es wirkt bereits in geringsten Mengen und wird deshalb von der Niere sehr strikt reguliert.

Mit dem Verzehr von Nachtschatten umgehen wir diese Nierensteuerung: Es kommt zu einer extremen Calciumaufnahme im Darm, extremen Calciumwerten im Blut, und einer Ablagerung in allen Bindegeweben.

In der Folge verkalken die Gefässe, Sehnen und Gelenke. Wir leiden an Arteriosklerose, Schmerzen und Arthritis. Und langfristig führen die dauerhaft hohen Calciumwerte zu Krebs und Herzinfarkt.

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André Blank

Autor: André Blank

André ist Gesundheits-Mentor und Autor. Er ist der Gründer, Inhaber und CEO der Vivoterra® AG.

Er ist überzeugt, dass alle Menschen mit gesundem Herz-KI – der wahren Liebe – ein Leben im Vertrauen, Frieden, Freiheit und Gesundheit, leben dürfen – und dass wir das Potential haben, ein solches Leben für uns selbst zu verwirklichen.

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