Namen: Agave americana

Übersicht:
Agavensirup (auch Agavendicksaft genannt) ist ein Süssungsmittel, das auf Basis verschiedener Arten der Agave in Mexiko produziert wird. Agavensirup ist süsser als Honig, jedoch weniger dickflüssig. Er wird in den mexikanischen Staaten Jalisco, Michoacán, Guanajuato und Tamaulipas hergestellt.

Geschichte:
Besonders von den alten amerikanischen Völkern wird die Agave schon seit Jahrtausenden eingesetzt. Sie kann vielfältig verarbeitet werden. Aus der Pflanze wurde nicht nur Kleidung hergestellt, sondern auch Schuhe, Baumaterial, Werkzeuge und Papier.

Das Wissen, dass aus der Agave auch Alkohol gefertigt werden kann, brachten die Spanier nach Amerika. Auf den Ursprung weisen die arabischstämmigen Worte alambique (Destillierapparat) und alcohol hin.

Vorkommen:
Agave americana

Erzeugung:
Zur Herstellung von Agavensirup wird zunächst der Saft aus den Agaven gewonnen. Dafür wird, z. B. bei der Art Agave americana, der mindestens acht Jahre alten Pflanze vor ihrem Erblühen der innere Kern entfernt. In dem dadurch entstandenen Loch von bis zu 15 cm Durchmesser können daraufhin über ein halbes Jahr hinweg täglich bis zu 1,5 l süsser Saft entnommen werden. Da dieser nach seiner Entnahme rasch verdirbt, wird er anschliessend gefiltert und erhitzt, um die in ihm enthaltenen Polysaccharide, vorwiegend Inulin, in Einfachzucker umzuwandeln. Das Resultat wird dann zu einer sirupartigen Flüssigkeit eingedickt, die etwas dünnflüssiger als Honig ist und in ihrem Aussehen von fast völliger Farblosigkeit bis zu einem dunklen Gelbton reichen kann.

Wirkung auf den Stoffwechsel:
Argumente der Agavendicksaft-Hersteller:

Argument Nr. 1: Agavendicksaft ist süsser als Zucker, also braucht man weniger davon, ergo soll Agavendicksaft besser sein als Zucker bei gleicher Süssung.

Argument Nr. 2: Agavendicksaft hat einen niedrigeren Glykämischen Index (GI) als Zucker und provoziert daher eine weniger starke Ausschüttung des Hormons Insulin, und wir wissen ja, dass weniger Insulin im Blut eine gute Sache ist. Daher wird Agavendicksaft oft auch für Diabetiker empfohlen.

Beide Argumente sind nicht falsch – und trotzdem manipulativ:

Um das zu verstehen, müssen wir genau hinschauen, woraus Agavendicksaft in Wirklichkeit besteht.

Agavendicksaft ist eine Mischung aus Glukose und Fruktose (also ähnlich wie Zucker), wobei die Glukose- und Fruktose-Moleküle nicht miteinander verbunden sind, sondern frei im Sirup herumschwimmen. Je nach Anbieter, Quelle und Qualität beträgt das Verhältnis von Fruktose zu Glukose im Agavennektar zwischen 7:1 und 9:1. Damit enthält Agavendicksaft pro Einheit bis zu 80 % mehr Fruktose als Haushaltszucker.

Da es bei der Giftigkeit von Zucker auf den Fruktoseanteil ankommt, ist Agavendicksaft ironischerweise noch giftiger als Zucker. Von wegen „gesunde Alternative“!

Und was ist mit den Argumenten der Agavensirup-Industrie? Auch die lassen sich auf Basis des höheren Fruktose-Anteils leicht erklären:

Fruktose ist in der Tat 1,73-mal süsser als Glukose, aber sie unterdrückt auch die Wirkung des Sättigungs-Hormons Leptin im Gehirn: Fruktose ist ein echter Appetitanreger! Genau deswegen ist Fruktose in der Industrie als Zusatz zu fast jedem Lebensmittel so beliebt.

Und was ist mit dem Glykämischen Index? In der Tat stimuliert Fruktose keinen Insulin-Ausstoss. Warum auch? Fruktose ist ja auch gar nicht für die Stoffwechselprozesse vorgesehen, die durch Insulin gesteuert werden. Fruktose ist sozusagen der ungeliebte Verwandte der Glukose. Sie darf gar nicht mit den anderen Körperzellen spielen, sondern wird sofort über die Leber wieder rausgeschmissen — und das unter hohen Kosten.

Säure-Basen-Bilanz:
Agavendicksaft besteht zu 80 % aus Einfachzucker – dieser ist wegen seiner hohen Anzahl an positiv geladenen Ionen säurebildend.

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